Reviews:


HERBST, wer oder was verbirgt sich hinter diesem Projekt?
Nun, dieses Ein-Mann-Unternehmen soll schon seit geraumer Zeit in Planung sein, jetzt wurde es verwirklicht. Dieses Demo ist laut dem Künstler der erste Teil eines Zyklus und beinhaltet drei Lieder, die auf gut zehn Minuten Spielzeit kommen. Das erste Stück, die Einleitung, beginnt mit Windesrauschen, die Akustikklampfe erklingt kurz darauf. Bald setzen chorartige Gesänge ein, worauf wiederum keifend und klar gesungen wird. "Aufbruch: Rastlos" heisst der Track. Dann reisst die Szenerie plötzlich ab, die Reise erfährt also ihren ersten Höhepunkt direkt an ihrem Anfang. "Reise: Naturgewalt, Gezeitenzyklus" ertönt und man folgt dem Wanderer, der nun eine junge Maid erblickt. Ruhige Klänge zeugen vom ersten Kontakt, eine Unterhaltung findet statt. Doch kurz danach wieder ein abrupter Einschnitt, der Wanderer muss das Mädchen verlassen und weiter fortziehen. "Endzeit: Als der Himmel sich schwärzte..." erschallt black metallisch und der junge Wanderer scheint elegisch seine Gefühle herauszuschreien, einsam und traurig geht er seinen Weg. Was sich hier schwärzt ist vielmehr sein Innerstes. Marcel Bochnig vermag es hier, die Gefühle in ein angemessenes Gewand zu kleiden, der Hörer ist auch bei diesem Teil der Reise dabei, er leidet und fühlt mit dem Jungen. Somit endet auch schon der erste Teil des Zyklus und man darf auf die weiteren Stücke gespannt sein, denn "Demo 2006" ist nicht nur verhältnismäßig gut produziert worden, es bietet Tiefgang, es ist melancholisch, es ist facettenreich. Wenn ich ehrlich bin, selten darf man solchen Demos lauschen, es ist für ein solches großartig. Übrigens zählt der Künstler gerade einmal 16 Lenze. Kontaktieren kann man ihn bei Interesse am Demo und weiteren Infos über Martyr666@web.de.

Radakteur: Patrick (www.metal1.info)



Dunkle, triste Landschaften. Tiefe, uralte Wälder und ein ewiges Grau in der Luft. Schon beim Anblick des Covers beschleicht mich ein Gefühl, dass das was beim baldigen Anhören folgt, sehr emotionsgeladen ist. „Öde, kalt und einsam. Ohne Glück, ohne Halt. Nur Frost und Eis.“ All das lässt darauf schließen, dass meine Ohren sich gleich kalten, düst’ren Black Metals erfreuen dürfen, also lege ich die Kassette in das Deck, um schließlich überraschend zu bemerken, dass das nicht ganz der Fall ist; die sanften Klänge einer sehr sauber abgenommenen Akustikgitarre schallen auf mich herab und erfüllen den Raum, das ganze klingt sehr neofolkig, doch nicht ohne die nötige Portion Emotion dahinter, die Saiten sind Boten eines ehrlichen Gefühls, jeder Anschlag eine Welt für sich. Nach dem angenehmen Akustikintro setzen Schlagzeug und Gesang ein – die Devise lautet Klargesang und Schlagzeugspiel im mittleren Tempo, blindes Geknüppel ist nicht vorhanden, was gut so ist. Die Stimme bringt einen gewissen Grad an Anmut und beinahe Festlichkeit mit sich, jedoch ohne dabei an subtiler Trauer zu verlieren. Die Thematik scheint gelungen vertont; ein junger Recke wandert umher und erblickt dabei auf einem Stamme am Wegesrand eine wunderschöne Maid, welcher er Gesellschaft zu leisten jedoch nicht fähig ist, da sein Schicksal ihn von diesem Orte fortbringt – er muss weiterziehen. Das nächste Stück ist ein rein instrumentales, es schließt thematisch scheinbar an das letzte an; der Bursche wandert fort und ist betrübt ob dessen, dass er die Maid verließ. Hierbei spielen die Gitarre und das Schlagzeug bewusst langsam, ein weiteres Instrument ist hierbei die klagende Stimme, die keinen Text darbringt, sondern die Atmosphäre verdichtet. Vor meinem geistigen Auge macht sich hierbei schnell das Bild breit, dass der Junge Herr durch Sturm und Regen wandert und in immer schlimmere Wetter kommt, was auch seine Seele widerspiegelt; am Ende steigert sich das Stück in eine gewisse Dramatik. Darauf folgt das nächste Lied „Endzeit: als der Himmel sich schwärzte“. Hier ertönen nun Black Metal typische Klänge, ein schneller Drumcomputer und ein treibend atmosphärisches Riff unterstützen den klagenden Gesang; Elegie ist, was dieses Lied darzustellen scheint. Eine Mischung aus Trauer, Klage und Wut sind vertont worden – der Wandersmann scheint in einer Tristesse gefangen. Thematisch letzt sich das gesamte Demotape als ein Konzeptalbum bezeichnen, die folgenden Veröffentlichungen werden diese Thematik übrigens fortführen – die Geschichte weiter erzählen. Für eine Erstveröffentlichung, die unter Eigenproduktion entstand ist Demo ’06 mehr als gelungen und ein Blick darauf ist definitiv lohnenswert. Anbei wäre noch zu sagen, dass der Künstler mit grade einmal 16 Lenzen noch zu den sehr jungen gehört. Zu bestellen ist die Demo direkt bei dem Interpreten, hierzu empfiehlt sich die Kontaktaufnahme via E-Mail (Martyr666@web.de).

Marc E.